reflections

Mein Körper kann alles schaffen. Es ist mein Geist, den ich erst noch überzeugen muss.

Ich bin ganz ehrlich. Das Leben geht oft drunter und drüber, manchmal verliere ich in all dem Gewirr, dass ich mir zum größten Teil auch selbst zusammen spinne, komplett den Überblick und anstatt mich mit einer Lösung zu beschäftigen, ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück. Ich sitze in solchen Momenten dann auf meiner Couch, schaue Sinnloses im Fernsehen, und stopfe Unmengen von fettigem, ungesunden Zeugs in mich hinein, als würde sich damit irgendwas auffüllen lassen, was mir fehlt. Als würde sich dadurch das Problem von selbst lösen.

Solche Tage bereue ich seit Monaten extrem, ich vereinsame und ich werde dicker und dicker und dicker. Ich bin füllig wie nie zuvor. 86,9 Kilo, das ist wirklich erschreckend. Manchmal da weine ich einfach los, weil ich so unglücklich bin. Mit mir selbst, und der Schwäche, die ich immer wieder eintreten lasse. Ich gewähre den Fressattacken Einzug in mein Leben, ich lasse sie mein Leben bestimmen. Das macht mir Angst, nicht nur auf gesundheitlichen Gründen auch aus seelischen. Ich merke, wie sich meine Persönlichkeit dadurch zurückzieht und die Werte außer Acht lässt, die ihr eigentlich im Grunde genommen wichtig sind. Das Einsam-sein wächst und macht mich kaputt, wie ein Wurm der nach und nach von innen heraus einen Apfel zerstört, bis schließlich auch das makellose Äußere angefressen wird oder in sich zusammenfällt.

Vereinsamen macht dick, ich bin seit langer Zeit nicht mehr glücklich gewesen und schlafe deshalb im Prinzip unentwegt. Ich fühle mich oft, als wäre mein Verstand unter einer Art Nebel gefangen, als hätte sich ein Schleier über die Klarheit der Worte und Gedanken gelegt. Auch das flößt mir Angst ein. Ich habe Angst, dass sich meine Familie als Reinfall entpuppt, das potentielle Freunde auch wieder nur einfache Bekannte bleiben, ich habe Angst ohne den Menschen, der an meine Seite gehört weiter zu leben und ich habe Angst nicht mehr begehrenswert zu sein. Ich habe Angst, dass ich mich irgendwann in diesem Teufelskreis selbst komplett verliere und den Mann meiner Träume, wichtige Menschen an meiner Seite und das Glück vielleicht übersehe oder vergraule mit meiner unausstehlichen Art, die nur deshalb da ist, weil ich Angst habe Menschen an mich heran zu lassen.

Ein paar Gedanken am Abend..

20.12.15 20:02, kommentieren

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Eines Morgens...

Heute morgen schreckte ich aus meinem so geliebten Schlaf auf und es war klarer denn je: Es muss sich etwas ändern. Nicht morgen, nicht in 2 Wochen, sondern genau jetzt - HEUTE. Zu lange habe ich immer wieder das Abnehmen und sportlicher werden vor mir her geschoben, habe mich damit getröstet, dass andere es auch nicht sind oder mir eingeredet, dass es doch alles gar nicht so schlimm bei mir wäre und ich schon irgendwann damit anfangen würde. Ich sehe jetzt ein, dass alle Diät-Versuche der letzten Jahre nichts als Entschuldigungen für meine eigene Trägheit und Faulheit waren. Wie kann man von einer Diät, die zeitlich begrenzt ist, erwarten, dass sie mein Leben nachhaltig verändert? Veränderung beginnt im Kopf, Veränderung beginnt mit Routine und Änderung der Gewohnheit. Die Schuld für meinen jetzigen Zustand kann ich nur bei mir selbst suchen und ich muss nicht lange suchen, um sie zu finden. Die anderen waren nie an meinem Übergewicht Schuld, weder meine Eltern, noch meine Großeltern oder gar die Gesellschaft. Ich bin es Leid, die Schuld von mir weg auf andere zu schieben und weil ich so unzufrieden mit meiner eigenen Stärke und Willenskraft bin, fällt es mir schwer mich selbst vollkommen lieben zu können. Heute soll sich ändern, was bereits seit Jahren festgefahren ist: Ich werde mich bewusst und gesund ernähren. Ich werde nie wieder Frustessen. Ich werde mich jeden Tag wiegen. Ich werde Sport in meinen Alltag integrieren und mir realistische Ziele setzen. Ich werde es durchziehen, weil heute der erste Tag meines neues Lebens beginnen wird. Ich werde konsequent sein und werde nie wieder das berühmte 'morgen fange ich an' verwenden. Ich werde das schaffen - ab heute gibt es keine Entschuldigungen mehr, kein irrationales Essen, kein Schlecht-fühlen am Ende eines Tages, an dem sich wieder einmal nichts geändert hatte. Dieses Jahr wird mein Jahr sein. Ich werde die nötige Veränderung zu meinem Wunschgewicht erwirken und es ist mir egal, ob ich schwitzen werden, wie ein Schwein, solange mein Körper sich zum Positiven verändern wird. Ich werde meinen Körper nie wieder hassen, um ihn dann aus reinem Frust mit irgendwelchem Müll voll zu stopfen. Ich bin es Leid. Ich werde mich selbst ab dem heutigen Tag richtig behandeln, mit gebührendem Respekt, mit Selbstachtung und werde mich selbst in der angestrebten gesunden Lebensweise jeden Tag unterrichten. Mein Gewicht wird mich nie wieder zurück halten oder abschrecken. Egal, was die anderen sagen werden, ab heute bin ich endlich das, was ich immer sein wollte. Ein Löwe. Und einen Löwen interessiert es bekanntlich nicht, was Schafe über ihn denken.

12.5.14 11:08, kommentieren



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